Björns Ruhm, auch wenn er teilweise verblendete Jünger mit sich bringen mag, die sich ihre Meinung gern auch mal per Copy&Paste aus Agitpop-Artikeln zusammenschustern und Björn wahrscheinlich irgendwann als Pop-Pope (mit welchem Namen bloß?) auf den virtuellen heiligen Stuhl heben werden, ist zum allergrößten Teile völlig verdient. Darum, zu seinem größeren Ruhme und in stiller Hoffnung auf seine Gnade, mal wieder ein Link.
Masada
Ein Spammer versucht sich in letzter Zeit sehr penetrant an diesem eher minderwertigen Artikel. Er kommt aber nicht durch, der Depp.
Morgans Tod
Die Wellen schlugen an die Wände des Schiffes und die Sonne strahlte am Himmel, unverändert, wie schon seit Tagen. Stephen und Thomas trafen sich am Bug.
"Morgan ist tot," sagte Thomas.
"Hat er noch sehr gelitten?" Fragte Stephen.
"Nein, ich hab's beendet."
"Wie?"
"Mit meinem Messer."
"Du bist unmöglich!"
Sie starrten einige Zeit hinaus auf's Wasser. Die von den Wellen herüberflackernden Reflexionen glitzerten und blendeten ihre Augen.
"Das sollte der Kapitän besser nicht erfahren." Sagte Stephen irgendwann.
"Ich habe Morgan schon verpackt."
"Und Dr. Blank?"
"Hat gemeint, er glaubt mir schon. Ich hätte mehr Tote gesehen, als er."
"Irgendwie tut's mir leid."
"Ich habe ihm das auch nicht gewünscht."
"Niemand hat."
"Ja. Fast."
"So? Wer, meinst Du?"
"Bo konnte ihn ja nun gar nicht leiden."
"Ja, aber das! Komm', das hat ihm auch Bo nicht gewünscht!"
"Na gut, vielleicht nicht ganz so heftig, aber Bo ist sicher nicht böse, daß er weg ist!"
"Jetzt übertreib mal nicht!"
"Ach komm, Du wirst ihn doch auch nicht vermissen!"
"Ja, was - also - doch! - Ich meine, gut, ja Du hast recht! Aber ich habe ihm nicht den Tod an den Hals gwünscht!"
"Aber Du bist auch nicht böse drüber, warum sollte es also gerade Bo sein."
"Aber gewünscht hat er's ihm nicht!"
"Ja, das vielleicht nicht gerade, aber daß er weg wäre hat er sicher gewünscht. Hab' ich auch manchmal."
Am Horizont standen jetzt ein paar winzige, weiße Wölkchen, kaum sichtbar; im Osten mußte das ungefähr sein.
"Na ja," begann Thomas nach einer Weile das Gespräch erneut, "es wird jetzt mit Sicherheit deutlich friedlicher hier werden. Stell Dir das nur mal vor, nachts wird es hier wieder eine Grabesstille geben! Ich brauche das zum Schlafen."
"Bitte! Wir sind ja nicht auf einer Kreuzfahrt, und außerdem war das nun wirklich nicht seine Schuld."
"Der hat auch vorher schon oft rumgelärmt, einfach so, manchmal, davon rede ich!"
"So schlimm war das auch nicht, den Umständen entsprechend. Ganz Unrecht hast Du nicht, aber Du übertreibst."
Die Wolken am Horizont schienen sich zu verdichten. Sie steuerten direkt darauf zu, etwa in östlicher Richtung.
"Hm! Vielleicht ist das da hinten ein Sturmgbiet, das würden wir besser umfahren."
"Ja, das wäre besser. Es sieht aber schon ziemlich groß aus. Und jetzt muß jemand dauerhaft das Steuer übernehmen. Ich will nicht, magst Du vielleicht?"
"Nicht unbedingt."
Sie sahen einige Minuten den Wolken zu, die recht schnell näherkamen.
"Scheiße, weißt Du was?"
"Nein, was?"
"Ich glaube, Morgan war der einzige, der wußte, wie man den Sextanten bedient."
Durchsage
Hiermit erklären wir das Experiment 'Demokratie in Deutschland' für gescheitert und rufen die Monarchie aus.
Hauptsache Vertrag
Ms. Ambrose said Canada is not the only country that agreed to the protocol on global warming in Kyoto, Japan, nine years ago only to find now that cutting greenhouse gases is a lot tougher than first thought.
The United States, which reneged on the original Kyoto deal, actually has a better track record cutting greenhouse gases than does Canada, Ms. Ambrose said.
[...]
Bloc Quebecois MP Monique Guay said the Conservatives want to have it both ways - scrapping Kyoto targets, but remaining part of the UN Framework on Climate Change. (Canada, and thus Ms. Ambrose, actually chair the organization at the moment).
[globeandmail.com via newsvine.com]
Ich bin, wie es meine Pflicht ist, außerordentlich empört.
Die Erde...
...hat mich wieder.
Weber 2.0
Im finster'n müden Auge keine Träne,
Sie sitzen am Bildschirm und tippen voll Häme:
"Deutschland, wir bloggen Dein Leichentuch,
Wir bloggen hinein den dreifachen Fluch!
Wir webben, wir webben!"
Die nächsten vier Strophen könnt Ihr Euch selbst überlegen.
Nachtrag,13.3., 8:16 finster'n gestrichen, müden eingefügt.
Fünf Häfen
Wußtet ihr, daß das offenbar einzige brauchbare Buch über die 'Cinque Ports', eine mittelalterliche Föderation von Hafenstädten an der Südostküste Englands, deren fünf Hauptmitglieder Dover, Hastings, Hythe, Romney und Sandwich waren, von der sich einzelne Elemente wie das Amt des 'Lord Warden' aus britischer Traditionsliebe heraus sogar bis heute erhalten haben ('Queen Mom' war auch Lord Warden, glaube ich), deren Anfänge auf die Zeit Edwards des Bekenners zurückdatieren, die im Austausch für Privilegien wie Zollfreiheit dem König für 15 Tage im Jahr 57 Schiffe stellte, sodaß dieser seine Flotte kleinhalten konnte, und die als das, was einer 'britischen Hanse' am Nächsten gekommen wäre, zeitweise eine gar nicht unbedeutende Rolle spielte, von Katherine Maud Elisabeth Murray geschrieben und 1935 veröffentlicht wurde (The Constitutional History of the Cinque Ports)? Daß es damals wie heute offenbar keinen interessiert hat? Und daß man sich anscheinend sehr glücklich schätzen darf, wenn man es, wie in Tübingen, noch aus dem Magazin bestellen kann (Signatur: Fr 95 a-68)?
Nein, das wußtet ihr wahrscheinlich wieder mal nicht.
Nachtrag: Da man nie ausschließen kann, daß meine Informationen mal für irgendwen von Nutzen sein könnten, noch Folgendes der Vollständigkeit wegen: Das genannte Buch ist bei Manchester University Press, Manchester erschienen. Obige Signatur ist die Signatur des Buches in der Universitätsbibliothek Tübingen.
Beet, Bier und Bauchfleisch
Jaja. Diese Moslems, Türken und sonstigen Ausländer. Keinen Sinn haben sie für das Quintessenzielle der deutschen Schrebergärtnerei, kein Gespür für das Bedürfnis des Blumenliebhabers nach geselligem Beisammensein bei Beet, Bier und Bauchfleisch, aber ohne Bauchtanz. Deshalb müssen sie leider draußen bleiben aus dem deutschen Schrebergärtnerclub:
Türken? Nicht feiern? Ungesellig? Unseren kernigen Vorurteilen nach feiern Türken den ganzen Tag. Sie schächten Hammel im Hausflur, deren essbare Teile sie dann mit der Großfamilie unter dem Abspielen lauter Musik zu kokelschwarzem Krebsfleisch grillen.
Jetzt aber lernen wir: Der deutsche Schrebergartentürke steht stumm am Grill und trinkt Darjeeling-Tee. Cengiz Keles erwägt rechtliche Schritte. Vielleicht sollte er darauf verzichten und sich einen anderen Verein suchen. Sollen sich die Mitglieder der Gartenfreude doch ihre Gäste selbst besorgen.
["Das Beet ist voll" - Süddeutsche via Die Achse des Guten]
Proletensex und Rantmachine
Ich hätte mal eine Frage; kann mir die jemand beantworten? Welchen Quotenanteil an Talkshows, Boulevardmagazinen, Soapoperas und Telenovelas, Reality- und schlechten Comedy-Shows, stellen eigentlich diejenigen, die sich später darüber auslassen, wie verblödet, volksverdummend, niveaulos, kitschig, entwürdigend und unkomisch das alles gewesen sei? Es ist ja kaum vorstellbar, daß diejenigen, die ständig greinen, kaum je das gesehen haben, worüber sie sich die Seele aus dem Leib motzen. Also?
"Es ist wie ein Autounfall. Schrecklich, aber man muß trotzdem hinsehen." Diesen Vergleich gebraucht eine Freundin gelegentlich. Auch hier irgendwie treffend, oder? Und es ist ja auch manchmal sehr befriedigend, sich zu denken "das hätte sogar ich besser gekonnt!" wenn die Laienschauspieler in einer der volksbildenden Richtershows gerade wieder besonders spektakulär versagen. Oder sich blöd zu lachen, wenn ein hutzeliges Männchen mit Schnurrbart und Hornbrille seiner Dreizentnerfreundin mit Hasenscharte und Damenbart öffentlich mitteilt, er sei nunmal eine Sexmaschine und wolle eine offene Beziehung führen. Da kommt's einem doch wie ein billig gewonnener Ersatzorgasmus; hochgekriegt und runtergeholt am Fetisch der eigenen Überlegenheit. Ein wirklich faszinierendes Prinzip.
Fesseln diese Sendungen letztlich vielleicht sogar mehr Menschen, die sich das Ganze nur ansehen, um sich sagen zu können "War das heute wieder schlecht!" als solche, denen es wirklich gefällt? Und ist am Ende vielleicht das Bedürfnis nach Kritik an der Nichtswürdigkeit des Fernsehprogrammes die eigentliche Rechtfertigung für dieses Programm, weil es einfach schöner, spannender und manchmal - wenn man es gut macht - sogar anspruchsvoller ist, über das Furchtbare zu schimpfen und zu lästern, als das Schöne zu loben? Ist der Schundanteil möglicherweise gar nicht auf irgendwelche strunzdummen Massen zurückzuführen, die nichts anderes wollen, weil sie nichts anderes begreifen, sondern auf eine gigantische Rantmachine, die Treibstoff braucht?
Weiß das jemand?