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Archive für March 2006

12/03/06: Weber 2.0

kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
Im finster'n müden Auge keine Träne,
Sie sitzen am Bildschirm und tippen voll Häme:
"Deutschland, wir bloggen Dein Leichentuch,
Wir bloggen hinein den dreifachen Fluch!
Wir webben, wir webben!"

Die nächsten vier Strophen könnt Ihr Euch selbst überlegen.

Nachtrag,13.3., 8:16 finster'n gestrichen, müden eingefügt.

12/03/06: Fünf Häfen

kategorie: universität
geschrieben von: hllizi
Wußtet ihr, daß das offenbar einzige brauchbare Buch über die 'Cinque Ports', eine mittelalterliche Föderation von Hafenstädten an der Südostküste Englands, deren fünf Hauptmitglieder Dover, Hastings, Hythe, Romney und Sandwich waren, von der sich einzelne Elemente wie das Amt des 'Lord Warden' aus britischer Traditionsliebe heraus sogar bis heute erhalten haben ('Queen Mom' war auch Lord Warden, glaube ich), deren Anfänge auf die Zeit Edwards des Bekenners zurückdatieren, die im Austausch für Privilegien wie Zollfreiheit dem König für 15 Tage im Jahr 57 Schiffe stellte, sodaß dieser seine Flotte kleinhalten konnte, und die als das, was einer 'britischen Hanse' am Nächsten gekommen wäre, zeitweise eine gar nicht unbedeutende Rolle spielte, von Katherine Maud Elisabeth Murray geschrieben und 1935 veröffentlicht wurde (The Constitutional History of the Cinque Ports)? Daß es damals wie heute offenbar keinen interessiert hat? Und daß man sich anscheinend sehr glücklich schätzen darf, wenn man es, wie in Tübingen, noch aus dem Magazin bestellen kann (Signatur: Fr 95 a-68)?
Nein, das wußtet ihr wahrscheinlich wieder mal nicht.

Nachtrag: Da man nie ausschließen kann, daß meine Informationen mal für irgendwen von Nutzen sein könnten, noch Folgendes der Vollständigkeit wegen: Das genannte Buch ist bei Manchester University Press, Manchester erschienen. Obige Signatur ist die Signatur des Buches in der Universitätsbibliothek Tübingen.
kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
Jaja. Diese Moslems, Türken und sonstigen Ausländer. Keinen Sinn haben sie für das Quintessenzielle der deutschen Schrebergärtnerei, kein Gespür für das Bedürfnis des Blumenliebhabers nach geselligem Beisammensein bei Beet, Bier und Bauchfleisch, aber ohne Bauchtanz. Deshalb müssen sie leider draußen bleiben aus dem deutschen Schrebergärtnerclub:

Türken? Nicht feiern? Ungesellig? Unseren kernigen Vorurteilen nach feiern Türken den ganzen Tag. Sie schächten Hammel im Hausflur, deren essbare Teile sie dann mit der Großfamilie unter dem Abspielen lauter Musik zu kokelschwarzem Krebsfleisch grillen.

Jetzt aber lernen wir: Der deutsche Schrebergartentürke steht stumm am Grill und trinkt Darjeeling-Tee. Cengiz Keles erwägt rechtliche Schritte. Vielleicht sollte er darauf verzichten und sich einen anderen Verein suchen. Sollen sich die Mitglieder der Gartenfreude doch ihre Gäste selbst besorgen.

["Das Beet ist voll" - Süddeutsche via Die Achse des Guten]
kategorie: medien
geschrieben von: hllizi
Ich hätte mal eine Frage; kann mir die jemand beantworten? Welchen Quotenanteil an Talkshows, Boulevardmagazinen, Soapoperas und Telenovelas, Reality- und schlechten Comedy-Shows, stellen eigentlich diejenigen, die sich später darüber auslassen, wie verblödet, volksverdummend, niveaulos, kitschig, entwürdigend und unkomisch das alles gewesen sei? Es ist ja kaum vorstellbar, daß diejenigen, die ständig greinen, kaum je das gesehen haben, worüber sie sich die Seele aus dem Leib motzen. Also?

"Es ist wie ein Autounfall. Schrecklich, aber man muß trotzdem hinsehen." Diesen Vergleich gebraucht eine Freundin gelegentlich. Auch hier irgendwie treffend, oder? Und es ist ja auch manchmal sehr befriedigend, sich zu denken "das hätte sogar ich besser gekonnt!" wenn die Laienschauspieler in einer der volksbildenden Richtershows gerade wieder besonders spektakulär versagen. Oder sich blöd zu lachen, wenn ein hutzeliges Männchen mit Schnurrbart und Hornbrille seiner Dreizentnerfreundin mit Hasenscharte und Damenbart öffentlich mitteilt, er sei nunmal eine Sexmaschine und wolle eine offene Beziehung führen. Da kommt's einem doch wie ein billig gewonnener Ersatzorgasmus; hochgekriegt und runtergeholt am Fetisch der eigenen Überlegenheit. Ein wirklich faszinierendes Prinzip.

Fesseln diese Sendungen letztlich vielleicht sogar mehr Menschen, die sich das Ganze nur ansehen, um sich sagen zu können "War das heute wieder schlecht!" als solche, denen es wirklich gefällt? Und ist am Ende vielleicht das Bedürfnis nach Kritik an der Nichtswürdigkeit des Fernsehprogrammes die eigentliche Rechtfertigung für dieses Programm, weil es einfach schöner, spannender und manchmal - wenn man es gut macht - sogar anspruchsvoller ist, über das Furchtbare zu schimpfen und zu lästern, als das Schöne zu loben? Ist der Schundanteil möglicherweise gar nicht auf irgendwelche strunzdummen Massen zurückzuführen, die nichts anderes wollen, weil sie nichts anderes begreifen, sondern auf eine gigantische Rantmachine, die Treibstoff braucht?

Weiß das jemand?
kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
Danke! Ich bin wieder so kindisch und blöd wie vor 10 Jahren. Danke, das macht Spaß!
Vielen, vielen Dank...
kategorie: totalitäres
geschrieben von: hllizi
Weil einige der dort gehosteten Blogs die Mohammed-Cartoons zeigten, wurde der Zugang zur gesamten Blogspot-Domain für Pakistan gesperrt.
[via Journey]

Nachtrag, 9:17: Mehr:

The BBC's Aamer Ahmed Khan in Karachi says the blocking is unlikely to turn into a major freedom of expression issue in Pakistan as there seems to be a consensus against allowing such freedom to extend to irreverent treatment of religious figures.

Pakistani bloggers agree the blocking of Blogspot cannot be intentional, but are hoping the authorities realise the problem soon and rectify it, he said.

There are many ways of blocking specific sites without letting it affect the entire hosting facility, bloggers say.

[BBC News]

06/03/06: Faith Dancer

kategorie: totalitäres
geschrieben von: hllizi
Al-Zawahri also criticized the West for the insulting drawings of Islam's Prophet Muhammad and said Muslims were obliged to "confront the Crusaders' campaign against Islam with hands, tongues, facts and spears."

Al-Zawahri, Osama bin Laden's deputy, has issued several video and audiotapes in the past year. His last video came on Jan. 31, in which he threatened a new attack against the United States.

Bin Laden and al-Zawahri are believed to be in hiding along the rugged Pakistan-Afghan border.

[AP via Newsvine]

Al-Zawahri soll sich bitte einen neuen Propheten suchen. Ich möchte al-Zawahris Propheten nämlich gründlich beleidigen, weil ich meine, daß der Prophet eines solchen Mannes es verdient haben dürfte.
kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
Auf jeden Fall gibt es dort die musikalischen Meisterwerke "Schweinepest im Schnitzelland", den "Schweinemarsch" und den kongenialen Radio-Werbespot "Plautzenmuff" (für Muffe auf der Plautze) samt David'scher Flash-Verfilmung zu hören und sehen. Also nichts wie hinein in die hirnfressende, krude, verlorene Welt von EFODDOSUS!
[via Babbylon]

E.F.O.D.D.O.S.U.S. haben ihre neue Internetpräsenz also fertiggestellt; das Unwürdigste, Verkommenste und objektiv Schlechteste, das das Internet zu bieten hat. Wie von Patzi schon erwähnt, dufte ich selbst ja bereits einen unbescheidenen Beitrag zum endgültigen Niedergang von Anstand, Anspruch und Sinn leisten, der dort zweitveröffentlicht wird, denn erstveröffentlicht wurde er bereits hier. Das paßt dann auch ganz gut zur Zweitveröffentlichung der Satanic Sonnets. Wo die erstveröffentlicht wurden herauszufinden, überlasse ich jedoch dem angewiderten Leser.

03/03/06: Privatkino

kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
Der Vorsitzende Richter Bodo Nordmeier sagte, der Horrorfilm zeige „in reißerischer und bloßstellender Weise die private Lebensweise und Tat” von Meiwes. Auch wenn Meiwes eine in der Kriminalgeschichte einmalige Tat begangen habe, besitze auch er Persönlichkeitsrechte. Die Kunstfreiheit müsse hier zurückstehen, sie sei nicht schrankenlos zu gewähren. Der Spielfilm sei ohne Einwilligung des Klägers gedreht worden und diene allein der Unterhaltung der Zuschauer. Der OLG-Senat kritisierte, daß der Film ohne ausreichende Verfremdung das Privatleben von Meiwes zeige. Allein schon der Titel weise auf den Kläger hin.
[FAZ.NET]
kategorie: splitteratur
geschrieben von: hllizi
Bei uns festigt sich langsam der Eindruck, daß von manch einem versucht wird, uns einen religiösen Fundamentalismus zu unterstellen. Wir begrüßen das. Religiöser Fundamentalismus ist sehr kontrovers, und je kontroverser man ist, desto besser - das weiß jeder.
Aus diesem Grunde wird langsam ein Outing fällig, so denken wir, damit die Kritik endlich so richtig in Schwung kommt. Also, hier: Zwei Sonette zu Lob und Ehre unseres Herrn und Meisters:


Satanic Sonnet #1

My greatest master, tyrant; Lord of hell!
Play on your fiery harp the song of doom,
Illuminate the days with splendid gloom
And hear my praises, Great One, hear them well!

Of your disgracéd glory I shall tell,
Your endless love that lives within the tomb,
Your crimson hearth that heats the humble room
Where once I'll live with you, who once first fell!

But no great witness bear my words to your,
The most magnificent's of all impure
And wretched souls exalting fame;

My feeble voice won't without pain endure
These praises and will fail at times, for sure,
With awe when I shout "Hallowed Be Thy Name!"


Satanic Sonnet #2

You rule the earth with cruel and ruthless power,
You hold its edges in your blackened claws;
If on the dirt you spit, the dirt redraws;
You kill the whale, the rabbit and the flower.

Your gaze upon a lake will turn it sour;
The dog that walks your path will burn its paws;
And by a million ill and basest flaws
You raise the pain of Mind with every hour.

Yet misery is nought but hell's delight,
And all your Saints look best in darkest night;
Thus all the demons revel underneath

When God's creation and his men you fight,
The wives all tear apart, the husbands smite
And never let your sword rest in the sheath!

02/03/06: Convert or Kill

kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
Das finden wir sehr lustig.
kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
Newsvine ist offenbar aus der Beta-Phase raus, und schon ist es unerträglich langsam. Wenn jetzt noch meine Myriaden von Lesern diesen Link verfolgen, bricht es wohl völlig in sich zusammen.
Schade.
kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
Sehr flach, aber wir haben ja nie behauptet, daß wir besonders anspruchsvoll, intelligent, elitär oder Reich-Ranicki seien.
[via Google Blogoscope]
kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
So. Wieder etwas Makulatur.
Kommentare gibt es jetzt auch als RSS 2.0 Feed. Bei dem Kommentaraufkommen hier ist das zwar enorm irrelevant, aber trotzdem irgendwie cool.
kategorie: splitteratur
geschrieben von: hllizi
„Der Mann da drüben sitzt schon seit drei Tagen an das alte Ölfaß gelehnt und hat sich, solange ich ihn beobachtet habe, noch kein einziges Mal gerührt. Bitte sieh nach ihm und frag ihn, ob wir ihm irgendwie helfen können, falls er noch nicht tot ist.“ Sagte meine Mutter zu mir und „Ja, Mama“ antwortete ich, ließ meine Puppen liegen und trat vor die Tür. Die 30 Schritte bis zum Ölfaß ging ich ohne Hast und stellte mich neben den alten Mann. Seine Augen waren geschlossen, „Hallo mein Herr!“ Sagte ich. Es geschah nichts; ich wartete einige Zeit. „Hallo mein Herr!“ wiederholte ich etwas lauter. Nichts. „Hallo mein Herr!“ sagte ich nun in einem etwas festeren und stimmvolleren Tonfall. „Schrei den Mann nicht so an, das gehört sich nicht!“ Rief meine Mutter vom Haus herüber. In diesem Moment zwinkerte der Alte. Zwei, drei Mal. Dann öffnete er die Augen und sah mich an. „Hmmmh!“ Stieß er aus. Er blickte böse. „Meine Mutter schickt mich sie fragen, ob wir ihnen irgendwie helfen können.“ Sagte ich höflich. „Hmmh!“ Entgegnete der Alte. „Was zu essen wär’ nicht schlecht!“ Er rappelte sich auf und ging ohne ein weiteres Wort auf unser Haus zu. Ich ging hinter ihm her.
„Nett habt ihr’s hier!“ sagte er schroff als er unser Wohnzimmer betreten hatte. Dann setzte er sich wortlos auf die Eckbank an unserem kleinen Eßtisch „Was gibt’s heute?“ Fragte er. Sein Tonfall hatte sich nicht verändert. „Fisch.“ Antwortete meine Mutter. „Fisch? Fisch!“ sagte der Alte, ziemlich laut. „Die letzten drei Monate habe ich nur Fisch gegessen, und jetzt? Wieder Fisch!“ – „ Es gibt nur Fisch, was anderes kann ich nicht anbieten.“ War die Antwort meiner Mutter. „Was gibt’s dazu?“ Bellte der Alte. „Salzkartoffeln.“ Der Alte riß, mit gespannten Lippen, seine Augen weit auf. Dann brachen seine Lippen auseinander und aus seinem Mund stießen einige derbe Flüche hervor. Er richtete sich auf und wirkte mit einem Mal übergroß. Darauf griff er einen der am Tisch stehenden Stühle und schlug ihn dreimal auf den Boden, sodaß ihm alle Beine abgingen. Die Trümmer warf er, noch immer tobend, in das fast erloschene Feuer im Kamin, wobei er brüllte: „Und Brennholz legt auch keiner nach!“ Dann warf er sich wütend auf den Sessel vor dem Fernseher, griff nach der Fernbedienung und schaltete eine Sendung ein, in der sich nackte Frauen gegenseitig mit Honig einrieben. Ich ging zu meiner Mutter hinüber. Sie legte gerade die Zitrone auf den dritten Fisch. „Mama?“
„Ja Schatz?“
„Warum läßt Du das zu?“
„Was?“
„Warum darf der Mann so böse sein und trotzdem bei uns essen?“
„Schatz, das ist dein Vater.“
kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
The Onion mit den Details:

According to Sen. Ted Kennedy (D-MA), Democrats are not willing to sacrifice their core values—indecision, incoherence, and disorganization—for the sake of short-term electoral gain.

"Don't lose faithlessness, Democrats," Kennedy said. "The next election is ours to lose. To those who say we can't, I say: Remember Michael Dukakis. Remember Al Gore. Remember John Kerry."

[via Andrew Sullivan]

kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
Es erfreut uns sehr, daß wir bei Google zur Zeit Platz 5 zum Suchbegriff

Menschenrechtsverletzungen in "Kabale und Liebe" innehaben.

Das wäre auch mal eine Idee für eine Neuorientierung dieses Journals. Dramen-Watchblog. Yeah. "Menschenrechtsorganisationen wie mentalschnupfen.org warnen allerdings davor, die Gefahren, die vom Wallenstein ausgehen, zu unterschätzen."

Das würde uns gefallen, ja.

01/03/06: Joshua

kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
So. Nochwas. Joshua befindet sich schon seit einigen Tagen auf meiner Blogroll, nämlich seitdem ich der Empfehlung des ehrenwerten Dr. Dean gefolgt bin, um dort nach meiner Arzenei zu verlangen. Bisher hatte ich allerdings auf eine Bemerkung über Joshuas Blog verzichtet, was mir inzwischen, nachdem ich mir eine Lobhudelei eingefangen habe, etwas peinlich ist. Also, erstmal Kostprobe:

Doch wie man sich früher vom lieben Gott oft verlassen gefühlt hat, so ist es auch manchmal mit dem IPod. Niemand ist perfekt. Auch wenn er so aussieht. Seitdem ich in besitze sind wir uns schon sehr nahe gekommen. Doch wenn er mal aussetzt, und ich keine möglichkeit habe auf mich zurückzugreifen, dann rasste ich aus.

Ich reiß ihn in Stücke. Ich mache Leberwurst aus ihm. Aber wenn er funktioniert ist er super. Aber wenn nicht, dann schmeiß ich ihn hin und trete die ganze Nacht auf ihm herum bis er am Morgen nicht mehr vom Erdboden zu unterscheiden ist. Aber wenn er funktioniert bete ich ihn an. Aber wenn nicht, säge ich ihn in der Mitte durch, vergrabe den einen Teil im Garten, den anderen Teil verspeise ich, einfach um bald das Vergnügen zu haben dieses verdammte Ding mit einem kräftigen Pups in die Schüssel zu kacken. Wenn er aber funktioniert, habe ich in lieb. Aber wenn er dann mal wieder nicht funktionieren sollte, dann kaue ich ihn, währenddessen schleiche ich mich zu dem Laden, wo ich ihn gekauft habe und brenne die verdammte Hütte ab. Dann spucke ich das zerbissene Gerät auf die Asche des Verkäufers, der hundert andere MP3 Spieler da liegen hatte und mir dieses eine, ganz spezielle, exklusive Teil empfahl, einfach weil er keine Lust hatte soviel zu erzählen, denn diese Dinger verkaufen sich ja offensichtlich von selbst. Jedes verwöhnte Gör, das mir in der U-Bahn oder im Bus gegenüber sitzt hat so ein Ding. IPod, there for I am , war mein Gedanke. Ich wollte was individuelles, was nicht jeder hat.

Hatte ich nie. Nicht als das Ding artig seinen Dienst verrichtet hat, noch jetzt, wo ich nur auf einen zerbissenen Haufen Schrott sehen kann. (Den Laden habe ich natürlich nicht abgebrandt) Da liegt sie, meine Persönlichkeit. Mein Leben. Mein Gott. Ich habe meinen Glauben verloren.

[IPod is God]

Und, weil's grad so schön ist, auch gleich noch eine Kotprobe:

Eigentlich sind solche Listen gut. Ein Protokoll der viel beachteten. So weiß man bescheid über die Welt. Aber wieviel Sinnentleertes steckt darin. Die "myblog top 100", das meiste davon ist soviel wert wie einem armen Affen seine eigene Scheiße, die er den blökenden Gaffern hinterher wirft. Ich bin so ein Gaffer und lasse mich beschmeißen von den Tokio-blagen-blogs, den fuckyoufuckme-blogs, den Pseudo-Intelligenz-Blogs die ganz schlau erkannt haben: Du brauchst die Scheiße ja nicht zu lesen wenns dir nicht passt. Mehr kann ich aus diesen Blogs nicht mitnehmen. Natürlich muß ich sie lesen, ich will ja wissen was da steht bevor ich weiß das ich mal wieder meine Zeit verschwende. Aber wenigstens verkneife ich mir die Kommentare. Was soll ich da schon sagen? Ich scheiß´ größere Haufen als ihr, das könnte ich sagen. Einfach mal ein wenig auf die Kacke hauen. In meiner Scheiße steckt mehr Energie als in eurer, sie ist gehaltvoller, dampfender, stinkender, und was soll ich sagen, in meinem Badezimmer mußten schon die Rohre verbreitert werden.
[Top 100 Affenscheiße]

Direkt daran schließt sich dann die Lobhudelei für mich an; und da, wie alle die mich kennen bestätigen können, mein Fäkalhumor nur darum nicht legendär ist, weil er so fürchterlich banal ist, und ich mich dementsprechend sehr dafür begeistern kann wenn jemand stilsicher mit Exkrementen jongliert, freut mich das sehr.

Und im Ernste gesprochen: Joshua führt ein Blog mit literarischem Anspruch; er ist kein Marktschreier und kein Web 2.0-Priester, kein studentischer Single, der seine Einträge mit Schilderungen der Suche nach der Herdplatte im Einzimmerappartement füllt; auch keiner, der nichts weiter als eine kommentierte Linksammlung anbietet.
Dichter, hätte man früher mal gesagt, aber das ist lang her.
kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
One constant feature of the debate over allowing gay couples to settle down and get married has been Stanley Kurtz's persistent efforts to portray this essentially conservative idea as a leftist Trojan horse for polygamy, the end of the family, and God knows what else. Kurtz is even more slippery than Ramesh Ponnuru on many of these points. Jonathan Rauch calmly dissects them here. There is no plausible evidence that allowing gay couples legal equality has either caused any decline in heterosexual marriage or even correlates with it.
[Andrew Sullivan]

An den Argumentationen von Meistern des rationalen Diskurses wie Kurtz (die man zwar nicht bestrafen, sehr wohl aber vernünftiger Kritik oder einem bißchen Spott aussetzen sollte) fällt ein bemerkenswerter Zug ins Auge: Wenn die Ehe homosexueller Paare erst einmal möglich wäre, so argumentieren sie, dann würde dies das Ende der Familie bedeuten. Warum sollte das aber so sein? Selbst abgesehen von der Frage, ob homosexuelle Paare nicht auch Familien bilden könnten: Warum?

Sollte durch Homosexuelle im Ehestand möglicherweise die totale Verschwulung und Lesbianisierung der Gesellschaft eingeleitet werden? Ist die mehrheitliche Veranlagung des Menschen vielleicht gar nicht heterosexuell, sondern homosexuell, und wird die Heterosexualität nur dadurch vor dem völligen Aus bewahrt, daß man als Schwuler oder als Lesbe weniger Rechte eingeräumt bekommt als die Heten, und deshalb viele Homosexuelle aus Opportunismus brav und konform dem anderen Geschlechte sich widmen? Werden alle Heterosexuellen blitzschnell ihre Ehepartner, Freunde oder Freundinnen verlassen und sich den Wonnen der gleichgeschlechtlichen Liebe hingeben, wenn mit der Ehe auch noch die letzte Bastion der Gegensätze-ziehen-sich-an-Partei vom drohenden Stoßtrupp der Gleich-und-gleich-gesellt-sich-gern-Fraktion genommen wurde? Hängt das Überleben der Menschheit also möglicherweise allein davon ab, daß die Fälle, in welchen sich die Saat zum Felde begibt, privilegiert werden? Und werden, wenn man das nicht beachtet, sich hemmungslos Felder in Felder hineinwälzen und die Saat nur noch nutzlos und ohne Orientierung wild von Sack zu Sack schwappen? Das wäre dann in der Tat eine kleine Apokalypse.

Bleibt noch die Frage, wie stark denn bei Herrn Kurtz, wenn solche Ideen ihm kommen, das heterosexuelle Organ wohl schlagen mag.
Im Übrigen wies bei meinen Google-Recherchen nichts darauf hin, daß Stanley Kurtz selbst verheiratet wäre. Sollte er es wirklich nicht sein, so wäre er ein reiner Ehetheoretiker. Dabei kann man sich einiges denken, muß man aber nicht.

01/03/06: Klein gewachsen

kategorie: unspezifisches
geschrieben von: hllizi
"Habe ja länger nichts mehr geschrieben, als ich dachte!" Dachte ich gerade. Aber es war ja Februar.
kategorie: netzmagie
geschrieben von: hllizi
"Of course you aspire to be me. Why else would you follow my every word?"

[PHD-Comics via Journey]
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