28/02/06: Deutschland für Anfänger
Der Nachwuchsidiot schreibt über einen deutschen Hobby-Verkehrspolizei-Blockwart. Ausschnitt:
"Für Fußgänger ist da drüben!" Und nun verstehe ich es endlich. Was diese
menschgewordene Wollsocke versucht, mir zu vermitteln, ist: Ich habe als Fußgänger links von dem Ampelpfosten nichts zu suchen, sondern soll meinen müden Arsch gefälligst auf die mir gesetzlich oder aus sonstwelchen Gründen zugewiesene rechte Seite des Ampelpfahls bewegen, und zwar dalli! Okay, außer uns ist da niemand an der Ampel, der Weg ist sehr sehr breit, es ist also völlig egal, wo ich stehe, es handelt sich um 20 cm. Eigentlich.
Aber auch nur eigentlich, denn wir sind ja in Deutschland, und da findet sich immer ein kleiner Blockwart, der dafür sorgt, daß auch alles so richtig seine Richtigkeit hat.
NT: Schon etwas älter, wie ich gerade feststelle, aber sicher nicht veraltet.
"Für Fußgänger ist da drüben!" Und nun verstehe ich es endlich. Was diese
menschgewordene Wollsocke versucht, mir zu vermitteln, ist: Ich habe als Fußgänger links von dem Ampelpfosten nichts zu suchen, sondern soll meinen müden Arsch gefälligst auf die mir gesetzlich oder aus sonstwelchen Gründen zugewiesene rechte Seite des Ampelpfahls bewegen, und zwar dalli! Okay, außer uns ist da niemand an der Ampel, der Weg ist sehr sehr breit, es ist also völlig egal, wo ich stehe, es handelt sich um 20 cm. Eigentlich.
Aber auch nur eigentlich, denn wir sind ja in Deutschland, und da findet sich immer ein kleiner Blockwart, der dafür sorgt, daß auch alles so richtig seine Richtigkeit hat.
NT: Schon etwas älter, wie ich gerade feststelle, aber sicher nicht veraltet.
27/02/06: Mozart -> Gershwin -> Jazz -> Musik
8. Ohne Mozart gäbe es keinen Beethoven, ohne Beethoven keinen Wagner, ohne Wagner keinen Gershwin, ohne Gershwin keinen Jazz, ohne Jazz keine Norah Jones. Kurz: Ohne Mozart wäre selbst Elvis undenkbar.
Moment mal: Wagner, Norah Jones und Elvis wären uns erspart geblieben? Mozart, du Arschloch!
Im Übrigen: ohne Bach gäb’s den Jazz erst recht nicht. Gershwin übrigens begann erst 1910 mit dem Klavierspielen und hatte 1916 seinen ersten Hit. Da gabs den Jazz aber schon. Sowas.
Woktor über die Bild-Gründe warum Mozart der größte Müsiker aller Zeiten sei.
Moment mal: Wagner, Norah Jones und Elvis wären uns erspart geblieben? Mozart, du Arschloch!
Im Übrigen: ohne Bach gäb’s den Jazz erst recht nicht. Gershwin übrigens begann erst 1910 mit dem Klavierspielen und hatte 1916 seinen ersten Hit. Da gabs den Jazz aber schon. Sowas.
Woktor über die Bild-Gründe warum Mozart der größte Müsiker aller Zeiten sei.
27/02/06: Schwule Überraschung
Something odd happened between the elite’s assessment of the heartland and the heartland’s assessment of Brokeback Mountain. No, it’s no The Lion, Witch and the Wardrobe. But of all the Oscar nominees it has racked up by far the biggest domestic grosses so far: more than $70m at the last count (compared with, say, $22m for the superb Capote). And that’s before the potential Oscar boost. More interestingly, it’s done remarkably well in the middle of the red states.
[Andrew Sullivan bei Times Online]
Wie es aussieht hat Brokeback Mountain die Prophezeiungen all der Berufsweisen, die dem Film tödlich miserable Besucherzahlen voraussagten, äußerst gründlich widerlegt. Vor allem soll er, ganz anders als erwartet, auch im amerikanischen Binnenland sehr gut angekommen sein. Andrew Sullivan darüber bei Times Online. Leseempfehlung.
Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, möchte das aber so bald wie möglich tun.
[Andrew Sullivan bei Times Online]
Wie es aussieht hat Brokeback Mountain die Prophezeiungen all der Berufsweisen, die dem Film tödlich miserable Besucherzahlen voraussagten, äußerst gründlich widerlegt. Vor allem soll er, ganz anders als erwartet, auch im amerikanischen Binnenland sehr gut angekommen sein. Andrew Sullivan darüber bei Times Online. Leseempfehlung.
Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, möchte das aber so bald wie möglich tun.
26/02/06: (Kinder)ficken für den Frieden?
Ich arbeite noch etwas an meiner moralischen Verkommenheit, und dann gehe ich zu den UN-Friedenstruppen und genieße Narrenfreiheit.
Björn verlinkt heute Guts, eine schöne Geschichte von Chuck Palahniuk, dem großen Autoren dessen Werk - vornehmlich natürlich Fight Club - zusammen mit dem von Mohammed das Antlitz des 21. Jahrhunderts formen wird. Er spricht mit Ehrfurcht und Abscheu von diesem literarischen Goldstück, und auch wir müssen zugeben: Es ist in der Tat ekelhaft.
25/02/06: Billig ist nicht teuer genug
Ich versuche, so oft wie möglich fair gehandelten Kaffee zu kaufen. Mir geht nämlich wenig so sehr auf die Klöten, wie Leute, die sich zwar lautstark über den katastrophalen Zustand unserer Welt beschweren, aber gleichzeitig fest davon überzeugt sind, jede Veränderung dieses Zustandes müsse nicht bei ihnen, sondern bei der Deutschen Bank, Nestlé und Benz beginnen.
Aber das mit dem fair gehandelten Kaffee klappt bei mir dann leider auch nicht immer. Manchmal übermannen einen ja kurzfristig Egoismus und Sparsucht, und wenn man dann noch in einem Supermarkt steht, der ohnehin keinen fair gehandelten Kaffee im Angebot hat, dann tut man schonmal seltsame Dinge und kauft z.B. Kaffee für 2,59 Euro (das Pfund, versteht sich). Diese Kleinmütigkeit wird aber auch umgehend bestraft, weil man die nächsten anderthalb Wochen ständig vor dem schlechtesten Kaffee sitzen darf, der einem jemals untergekommen ist.
Wie blöd muß man auch sein?
Aber das mit dem fair gehandelten Kaffee klappt bei mir dann leider auch nicht immer. Manchmal übermannen einen ja kurzfristig Egoismus und Sparsucht, und wenn man dann noch in einem Supermarkt steht, der ohnehin keinen fair gehandelten Kaffee im Angebot hat, dann tut man schonmal seltsame Dinge und kauft z.B. Kaffee für 2,59 Euro (das Pfund, versteht sich). Diese Kleinmütigkeit wird aber auch umgehend bestraft, weil man die nächsten anderthalb Wochen ständig vor dem schlechtesten Kaffee sitzen darf, der einem jemals untergekommen ist.
Wie blöd muß man auch sein?
24/02/06: Iran will das Bloggen fördern
Given Iran's strict new policies against cultural products that promote "western" ideas such as feminism, liberalism, nihilism and humanism, the recent endorsement of blogs seems contradictory. The flourishing of blogs, estimated at more than 700,000 worldwide, has created a new space for self-expression on political and social matters.
In a speech during the closing ceremony of the first Festival for Islamic Revolutionary Blogs and Websites, co-sponsored by the ministry of culture, Mr Harandi celebrated the fact that everyone in Iran could now comment on current issues and "speak like a president".
"The hierarchical structure of the real world," he said, "prevents the truth being revealed, while in the virtual world this is not the case." He concluded that such opportunities for free expression would contribute to equality.
Within the new deputy media office, he said, according to the Fars news agency: "Blogs and websites will have a higher priority than the press."
[via Guardian Unlimited newsblog (Hossein Derakhshan)]
In a speech during the closing ceremony of the first Festival for Islamic Revolutionary Blogs and Websites, co-sponsored by the ministry of culture, Mr Harandi celebrated the fact that everyone in Iran could now comment on current issues and "speak like a president".
"The hierarchical structure of the real world," he said, "prevents the truth being revealed, while in the virtual world this is not the case." He concluded that such opportunities for free expression would contribute to equality.
Within the new deputy media office, he said, according to the Fars news agency: "Blogs and websites will have a higher priority than the press."
[via Guardian Unlimited newsblog (Hossein Derakhshan)]
24/02/06: Wir sind wieder hipp
Soeben habe ich im Radio vom ersten Vogelgrippe-Fall in BW gehört. Endlich können wir wieder mithalten. Wäre doch peinlich gewesen: "Wir haben alles. Außer Vogelgrippe." Oder?
24/02/06: Vogelgrippe II
Joshua fühlte sich durch diese Seite offenbar zu einem Gedicht über einen Vogel inspiriert, wollte aber dennoch keines schreiben. Deswegen habe ich das in seinen Kommentaren übernommen. Und da nach all den unappetitlichen Geschichten über dramatische Vergewaltigungen, Holocaustleugner, akademische Leseverweigerer, Schweineblut, zweitklassige Staatsbürger und sogar Hammerfall etwas schöngeistige Poesie genau das Richtige sein dürfte, um auch wirklich den letzten Leser zu vertreiben, präsentiere ich das Produkt auch an dieser Stelle dem abgeneigten Publikum. Danke für Ihr Unverständnis:
Das Vöglein auf dem Ast sieht traurig zu mir her
Und niest aus voller Brust das Virus sich heraus;
Sieht kränklich bis zum Tod, recht zu bedauern aus
Und spricht, mit letzter Kraft, mich an: "Ich leide sehr!"
Ich fühle seinen Schmerz, die Brust wird mir so schwer
Und mit gesenktem Blick geh schnell ich nun nach Haus,
Bring mich in Sicherheit und schau zum Fenster raus,
Zum Vöglein schau ich hin: Des' Blick wird langsam leer.
Viel Zeit geht nicht dahin, schon geht's auch mir nicht gut,
Ein Nebel, grau und dumpf, umwabert meine Seele
Und meinen schwachen Leib erfaßt die Fieberglut.
Ein Röcheln, rauh und stumpf, entsteigt aus meiner Kehle -
Das Fieber steigt leicht an! Und jetzt gerinnt mein Blut.
Wenn ihr euch morgen trefft, entschuldigt, daß ich fehle!
Nachtrag: Die Seuche und die dahinterstehende Verschwörung wurden und werden bei Spreeblick ausführlich diskutiert.
Das Vöglein auf dem Ast sieht traurig zu mir her
Und niest aus voller Brust das Virus sich heraus;
Sieht kränklich bis zum Tod, recht zu bedauern aus
Und spricht, mit letzter Kraft, mich an: "Ich leide sehr!"
Ich fühle seinen Schmerz, die Brust wird mir so schwer
Und mit gesenktem Blick geh schnell ich nun nach Haus,
Bring mich in Sicherheit und schau zum Fenster raus,
Zum Vöglein schau ich hin: Des' Blick wird langsam leer.
Viel Zeit geht nicht dahin, schon geht's auch mir nicht gut,
Ein Nebel, grau und dumpf, umwabert meine Seele
Und meinen schwachen Leib erfaßt die Fieberglut.
Ein Röcheln, rauh und stumpf, entsteigt aus meiner Kehle -
Das Fieber steigt leicht an! Und jetzt gerinnt mein Blut.
Wenn ihr euch morgen trefft, entschuldigt, daß ich fehle!
Nachtrag: Die Seuche und die dahinterstehende Verschwörung wurden und werden bei Spreeblick ausführlich diskutiert.
24/02/06: Superventionen
Das BILDblog setzt sich heute mit einem Leserbrief auseinander, der an die Mutter aller Zeitungen ging:
Zu: Warum ist unser Theater so versaut?
Je mehr Zuschüsse fließen, desto mehr kommen solche Entgleisungen vor. Da hilft nur eines: Sämtliche Mittel streichen! Man wird sich wundern, wie schnell die Theater wieder zu einem normalen Niveau zurückkehren.
Das bezieht sich hauptsächlich auf die ein oder andere pissende Actrice, enthauptete Karnickel und wohl auch auf Schauspieler, die die Pressefreiheit gewaltsamvon hinten aus Händen nehmen.
Aber: Es geht dem deutschen Theater ja wirklich nicht blendend, und häufig kann man sich ausmalen, wie Menschen vor der Entscheidung gestanden haben müssen: "Abgefuckt wie ich bin: Lasse ich mich einweisen oder werd' ich Intendant?" Somit kann ein Hinweis darauf nicht schaden, daß die Idee des unsubventionierten Theaters auch schon von wenigstens einem Menschen vertreten wurde, der durch gänzlich andere und auch hevorragendere Leistungen bekannt geworden ist, als durch Leserbriefe in der Journaille: Georg Kreisler. Wie das allermeiste von ihm haben es auch seine Schriften über das Regietheater wahrlich in sich, was man anhand dieses Textes und einiger anderer auf derselben Seite leicht nachvollziehen kann. Im verlinkten Text finden sich auch die angesprochenen Gedanken zum subventionsfreien Theater.
Zu: Warum ist unser Theater so versaut?
Je mehr Zuschüsse fließen, desto mehr kommen solche Entgleisungen vor. Da hilft nur eines: Sämtliche Mittel streichen! Man wird sich wundern, wie schnell die Theater wieder zu einem normalen Niveau zurückkehren.
Das bezieht sich hauptsächlich auf die ein oder andere pissende Actrice, enthauptete Karnickel und wohl auch auf Schauspieler, die die Pressefreiheit gewaltsam
Aber: Es geht dem deutschen Theater ja wirklich nicht blendend, und häufig kann man sich ausmalen, wie Menschen vor der Entscheidung gestanden haben müssen: "Abgefuckt wie ich bin: Lasse ich mich einweisen oder werd' ich Intendant?" Somit kann ein Hinweis darauf nicht schaden, daß die Idee des unsubventionierten Theaters auch schon von wenigstens einem Menschen vertreten wurde, der durch gänzlich andere und auch hevorragendere Leistungen bekannt geworden ist, als durch Leserbriefe in der Journaille: Georg Kreisler. Wie das allermeiste von ihm haben es auch seine Schriften über das Regietheater wahrlich in sich, was man anhand dieses Textes und einiger anderer auf derselben Seite leicht nachvollziehen kann. Im verlinkten Text finden sich auch die angesprochenen Gedanken zum subventionsfreien Theater.
Gerhard Stadelmeier, ein Kulturkritiker der FAZ, gibt in der Süddeutschen Folgendes zu Protokoll:
SZ: Der Vorfall scheint Ihnen sehr zugesetzt zu haben.
Gerhard Stadelmaier: Es ist, als sei jemand in Ihre Wohnung eingebrochen. Ihre Briefe und Kleider sind durchwühlt, die Wände beschmutzt. Der materielle Schaden hält sich in Grenzen, aber der immaterielle Schaden, das Gefühl des Ausgeliefert-Seins, ist enorm. Ich habe mich noch nie so gedemütigt gefühlt.
[SZ via Indiskretion Ehrensache]
"Was ist denn da wohl vorgefallen?" Ist man geneigt zu fragen. Hat man Herrn Stadelmeier:
a) Auf offener Straße seiner Krawattennadel beraubt?
b) Auf offener Straße unsittlich penetriert?
c) Im Theater seinen Notizblock weggenommen?
Da kommt natürlich nur c) infrage:
Bei der Premiere im Werkraumtheater der Städtischen Bühnen wurde das Stück „Das große Massakerspiel oder Triumph des Todes“ von Eugéne Ionesco aufgeführt. Theaterkritiker Stadelmaier hatte sich nach eigener Darstellung während der Aufführung kurz mit einem Kollegen unterhalten und dabei leise gelacht. Daraufhin habe ihn der Schauspieler angesprochen und ihm nach einem kurzen Wortgefecht mit den Worten „Mal sehen, was der Kerl geschrieben hat“ seinen Block entrissen. Lawinky habe aber anscheinend seine Schrift nicht lesen können und ihm den Block wieder gegeben. Er -Stadelmaier - sei daraufhin gegangen. Der Schauspieler habe ihm Beleidigungen hinterher gerufen.
[DPA via Indiskretion Ehrensache]
"Ja fein", ist man da geneigt zu rufen, "das ist doch toll, wenn im Theater mal sowas passiert", und allerlei theaterwissenschaftliche Rechtfertigungen dafür anzuführen, was hier unterbleiben soll, denn immerhin hat Stadelmeier der Vorfall "ganz schön weh getan".
Um seinem tiefen Schmerz auch angemessen Nachdruck zu verleihen, stellt Stadelmeier sein privates Ausgeliefertsein aber auch noch als Penetration der Pressefreiheit dar, denn: "Wenn man mir meinen Notizblock entreißt, nimmt man mir nicht nur das Handwerkszeug, sondern man macht es mir unmöglich, über den Abend zu schreiben."
Aber, lieber Herr Stadelmeier, so wie es gelaufen ist können sie über den Abend sogar der Süddeutschen ein Interview erteilen und einen Schauspieler als Schwerverbrecher darstellen! Was könnte ein Kritiker denn jemals mehr wollen?
Satisfaktion!
SZ: Nicht nur Frau Schweeger [die Intendantin des Frankfurter Schauspiels], auch Lawinky hat sich bei Ihnen entschuldigt. Ist das nicht Satisfaktion genug?
Stadelmaier: Er hat sich entschuldigt, akzeptiere ich. Aber wenn ich jemanden umbringe und mich hinterher entschuldige, komme ich trotzdem ins Gefängnis. So ist das Gesetz. Ich habe die Kündigung nicht gefordert. Es ist eine Entscheidung des Hauses, die ich allerdings begrüße. Der Vorfall ist eine Ungeheuerlichkeit und verletzt den Grundlagenvertrag des Theaters. Frau Schweeger sieht das genau so. Sie hat den Schauspieler ja nicht auf meinen Druck hin entlassen.
Hauptsache, der gemeine Kerl ist weit, weit weg von Frankfurt. Bevor der noch wenn umbringt, man kann ja nie wissen, unberechenbar, diese Theaternarren!
Was kann man aus der Geschichte lernen? Zum einen, daß es inzwischen schon nötig ist, Kritiker körperlich anzugehen, um einen 'Theaterskandal' zu erzeugen. Zum anderen, daß sich ein alter Hut neu bestätigt, nämlich: Daß Kritiker meist das kritisieren, woran sie selbst gescheitert sind, Kunst, Musik, Theater etc.; und daß Gerhard Stadelmeier jetzt etwas nachgeholt und die Gelegenheit wahrgenommen hat, die Rolle seines Lebens zu spielen.
"Mann oder FAZ-Feuilletonist?" fragt Thomas Knüwer.
SZ: Der Vorfall scheint Ihnen sehr zugesetzt zu haben.
Gerhard Stadelmaier: Es ist, als sei jemand in Ihre Wohnung eingebrochen. Ihre Briefe und Kleider sind durchwühlt, die Wände beschmutzt. Der materielle Schaden hält sich in Grenzen, aber der immaterielle Schaden, das Gefühl des Ausgeliefert-Seins, ist enorm. Ich habe mich noch nie so gedemütigt gefühlt.
[SZ via Indiskretion Ehrensache]
"Was ist denn da wohl vorgefallen?" Ist man geneigt zu fragen. Hat man Herrn Stadelmeier:
a) Auf offener Straße seiner Krawattennadel beraubt?
b) Auf offener Straße unsittlich penetriert?
c) Im Theater seinen Notizblock weggenommen?
Da kommt natürlich nur c) infrage:
Bei der Premiere im Werkraumtheater der Städtischen Bühnen wurde das Stück „Das große Massakerspiel oder Triumph des Todes“ von Eugéne Ionesco aufgeführt. Theaterkritiker Stadelmaier hatte sich nach eigener Darstellung während der Aufführung kurz mit einem Kollegen unterhalten und dabei leise gelacht. Daraufhin habe ihn der Schauspieler angesprochen und ihm nach einem kurzen Wortgefecht mit den Worten „Mal sehen, was der Kerl geschrieben hat“ seinen Block entrissen. Lawinky habe aber anscheinend seine Schrift nicht lesen können und ihm den Block wieder gegeben. Er -Stadelmaier - sei daraufhin gegangen. Der Schauspieler habe ihm Beleidigungen hinterher gerufen.
[DPA via Indiskretion Ehrensache]
"Ja fein", ist man da geneigt zu rufen, "das ist doch toll, wenn im Theater mal sowas passiert", und allerlei theaterwissenschaftliche Rechtfertigungen dafür anzuführen, was hier unterbleiben soll, denn immerhin hat Stadelmeier der Vorfall "ganz schön weh getan".
Um seinem tiefen Schmerz auch angemessen Nachdruck zu verleihen, stellt Stadelmeier sein privates Ausgeliefertsein aber auch noch als Penetration der Pressefreiheit dar, denn: "Wenn man mir meinen Notizblock entreißt, nimmt man mir nicht nur das Handwerkszeug, sondern man macht es mir unmöglich, über den Abend zu schreiben."
Aber, lieber Herr Stadelmeier, so wie es gelaufen ist können sie über den Abend sogar der Süddeutschen ein Interview erteilen und einen Schauspieler als Schwerverbrecher darstellen! Was könnte ein Kritiker denn jemals mehr wollen?
Satisfaktion!
SZ: Nicht nur Frau Schweeger [die Intendantin des Frankfurter Schauspiels], auch Lawinky hat sich bei Ihnen entschuldigt. Ist das nicht Satisfaktion genug?
Stadelmaier: Er hat sich entschuldigt, akzeptiere ich. Aber wenn ich jemanden umbringe und mich hinterher entschuldige, komme ich trotzdem ins Gefängnis. So ist das Gesetz. Ich habe die Kündigung nicht gefordert. Es ist eine Entscheidung des Hauses, die ich allerdings begrüße. Der Vorfall ist eine Ungeheuerlichkeit und verletzt den Grundlagenvertrag des Theaters. Frau Schweeger sieht das genau so. Sie hat den Schauspieler ja nicht auf meinen Druck hin entlassen.
Hauptsache, der gemeine Kerl ist weit, weit weg von Frankfurt. Bevor der noch wenn umbringt, man kann ja nie wissen, unberechenbar, diese Theaternarren!
Was kann man aus der Geschichte lernen? Zum einen, daß es inzwischen schon nötig ist, Kritiker körperlich anzugehen, um einen 'Theaterskandal' zu erzeugen. Zum anderen, daß sich ein alter Hut neu bestätigt, nämlich: Daß Kritiker meist das kritisieren, woran sie selbst gescheitert sind, Kunst, Musik, Theater etc.; und daß Gerhard Stadelmeier jetzt etwas nachgeholt und die Gelegenheit wahrgenommen hat, die Rolle seines Lebens zu spielen.
"Mann oder FAZ-Feuilletonist?" fragt Thomas Knüwer.
22/02/06: Dem Terror ins Gesicht!
Jochen Bittner über die Schweineblutdefensivattacke.
21/02/06: Vogelgrippe
Ich aß Eier aus Freilandhaltung. Muß ich jetzt dahinscheiden?
20/02/06: Manche Witze sind recht traurig
Beispielsweise dieser hier.
17/02/06: Israelis leugnen Holocaust
In Israel wurde ein Wettbewerb für antisemitische Karikaturen von jüdischen Zeichnern ausgerufen, mit dem den humorigen iranischen Karikaturisten von vornherein das Wasser abgegraben werden soll. Wahrscheinlich die klügste Art, auf den im Iran von der Zeitung Hamschahri ausgerufenen Wettbewerb zu reagieren:
Amitai Sandy (29), graphic artist and publisher of Dimona Comix Publishing, from Tel-Aviv, Israel, has followed the unfolding of the "Muhammad cartoon-gate" events in amazement, until finally he came up with the right answer to all this insanity - and so he announced today the launch of a new anti-Semitic cartoons contest - this time drawn by Jews themselves!
"We’ll show the world we can do the best, sharpest, most offensive Jew hating cartoons ever published!” said Sandy “No Iranian will beat us on our home turf!"
[boomka.org - via Agitpopblog]

Amitai Sandy (29), graphic artist and publisher of Dimona Comix Publishing, from Tel-Aviv, Israel, has followed the unfolding of the "Muhammad cartoon-gate" events in amazement, until finally he came up with the right answer to all this insanity - and so he announced today the launch of a new anti-Semitic cartoons contest - this time drawn by Jews themselves!
"We’ll show the world we can do the best, sharpest, most offensive Jew hating cartoons ever published!” said Sandy “No Iranian will beat us on our home turf!"
[boomka.org - via Agitpopblog]

17/02/06: Staatsbürger, ungelogen?
Das Generalargument gegen solche Fragebogenaktionen: Der Befragte könne ja lügen und sein Kreuzchen an der richtigen Stelle machen. Das aber wollen die Bayern nicht zulassen: "Sollten sich die Angaben des Einbürgerungsbewerbers zu einem späteren Zeitpunkt als unwahr erweisen, kann die Einbürgerung zurückgenommen werden", steht im Schreiben des Ministeriums. Im Falle der Täuschung sei die Einbürgerung nur mehr "ein rechtswidriger Verwaltungsakt", so Ziegler. Eine Verjährungsfrist gebe es nicht. Durchaus möglich also, dass ein fälschlicherweise Eingebürgerter noch Jahre später die deutsche Staatsangehörigkeit wieder verlieren kann.
[via Spiegel-Online]
Bei allen berechtigten Argumenten gegen diese Einbürgerungstests kommt dieser Punkt viel zu kurz: Wenn man einbürgert, dann sollte man es richtig machen, und dabei auch das mögliche Risiko hinnehmen, einen Verfassungsfeind einzubürgern. Welche Hürden man vor die Einbürgerung setzen sollte, steht natürlich zur Debatte; aber zu fragen, ob der Kandidat zugelassene Parteien wählt, ist unanständig. Und, da er lügen könnte, auch sinnlos, wenn man keine 'Staatsbürgerschaft auf Probe' will - genau die wird hier aber eingeführt. Sinnvoll wäre vielleicht ein Sprach- und Wissenstest, dessen Bestehen zeigen würde, daß der Kandidat die deutsche Sprache beherrscht und bereit war, einen gewissen Aufwand hinzunehmen, um eingebürgert zu werden. Die Staatsbürgerschaft aber mit unbefristeter Probezeit zu verleihen - im wahrsten Sinne des Wortes - erzeugt letztlich zwei Klassen von Staatsbürgern: Die, die als Deutsche geboren wurden und die, die möglicherweise gelogen haben und eigentlich gar keine Deutschen sind. Ein schöner Zustand ist das nicht.
Aber in pingeligen Detaildiskussionen um blödsinnige Fragen übersieht man ja immer gern das eigentliche Problem.
[via Spiegel-Online]
Bei allen berechtigten Argumenten gegen diese Einbürgerungstests kommt dieser Punkt viel zu kurz: Wenn man einbürgert, dann sollte man es richtig machen, und dabei auch das mögliche Risiko hinnehmen, einen Verfassungsfeind einzubürgern. Welche Hürden man vor die Einbürgerung setzen sollte, steht natürlich zur Debatte; aber zu fragen, ob der Kandidat zugelassene Parteien wählt, ist unanständig. Und, da er lügen könnte, auch sinnlos, wenn man keine 'Staatsbürgerschaft auf Probe' will - genau die wird hier aber eingeführt. Sinnvoll wäre vielleicht ein Sprach- und Wissenstest, dessen Bestehen zeigen würde, daß der Kandidat die deutsche Sprache beherrscht und bereit war, einen gewissen Aufwand hinzunehmen, um eingebürgert zu werden. Die Staatsbürgerschaft aber mit unbefristeter Probezeit zu verleihen - im wahrsten Sinne des Wortes - erzeugt letztlich zwei Klassen von Staatsbürgern: Die, die als Deutsche geboren wurden und die, die möglicherweise gelogen haben und eigentlich gar keine Deutschen sind. Ein schöner Zustand ist das nicht.
Aber in pingeligen Detaildiskussionen um blödsinnige Fragen übersieht man ja immer gern das eigentliche Problem.
16/02/06: In diesem Fall der Hammer
Deswegen [9,5 MB Qt] oder auch deswegen [7 MB WMV] finde ich Hammerfall (aka Hammerphallus) zum ersten Mal in meinem Leben gut. Mal schaun, ob Manowar irgendwann nachziehen mit... Männerballett, oder so?
Kann es übrigens sein, daß jede Metal-Band, die was auf sich hält, in irgendeinem ihrer Lieder die Phrasen "writing(s) on the wall" und "on fire" untergebracht haben muß? Man müßte da mal eine Erhebung durchführen.
Nachgeschoben: Es ist nicht ganz "on fire" aber dafür gibt es ein brennendes Herz. Interessant, oder?
Hero of the night
Blood and thunder
Rushing through me
Till the dawn of light
The sky is turning red
Like a renegade
All alone I walk through fire
Till I crash and blaze
I'm living on the edge
Start a chain reaction
Sears the neon light
Stealing all the action
Always takes the fight
Leather Rebel
Lightning in the dark
Leather Rebel
With a burning heart
Master of the streets
Bullet proof and bound for glory
Cities at my feet
I'm turning on the power
Running wild and free
No-one dares to stand before me
That's my destiny
To rule the darkest hours
I can see my future
Writings on the wall
Legend in my lifetime
Stories will recall
(Leather Rebel - Judas Priest, Painkiller)
[via Medienrauschen]
Kann es übrigens sein, daß jede Metal-Band, die was auf sich hält, in irgendeinem ihrer Lieder die Phrasen "writing(s) on the wall" und "on fire" untergebracht haben muß? Man müßte da mal eine Erhebung durchführen.
Nachgeschoben: Es ist nicht ganz "on fire" aber dafür gibt es ein brennendes Herz. Interessant, oder?
Hero of the night
Blood and thunder
Rushing through me
Till the dawn of light
The sky is turning red
Like a renegade
All alone I walk through fire
Till I crash and blaze
I'm living on the edge
Start a chain reaction
Sears the neon light
Stealing all the action
Always takes the fight
Leather Rebel
Lightning in the dark
Leather Rebel
With a burning heart
Master of the streets
Bullet proof and bound for glory
Cities at my feet
I'm turning on the power
Running wild and free
No-one dares to stand before me
That's my destiny
To rule the darkest hours
I can see my future
Writings on the wall
Legend in my lifetime
Stories will recall
(Leather Rebel - Judas Priest, Painkiller)
[via Medienrauschen]
13/02/06: Witz und Humor
Jemand aus Brighton hat Marcel Reich-Ranicki gefragt:
Im vergangenen Jahr wurden in London zwei Dramen von Schiller aufgeführt: „Don Carlos” und „Maria Stuart”. Ich habe bei Schiller keinen Humor gefunden. Jenes Lachen und Weinen, das bei Shakespeare vorkommt, gibt es bei ihm nicht. Habe ich recht?
Reich-Ranicki antwortet:
In Schillers Dramen findet sich in der Tat nur wenig Humor - etwa in „Kabale und Liebe” oder im „Wallenstein”. Das mag bedauerlich sein, aber dennoch ist er einer der großen europäischen Bühnenautoren.
Vorher jedoch widerlegt er die These, daß die deutsche Literatur insgesamt humorlos sei. Interessant zu lesen.
Diese Ausführungen haben uns wieder an eine interessante Unterscheidung erinnert, nämlich an die zwischen Witz und Humor, wie sie Ambrose Bierce im Vorwort zum Devil's Dictionary andeutet:
Meantime, too, some of the enterprising humorists of the country had helped themselves to such parts of the work as served their needs, and many of its definitions, anecdotes, phrases and so forth, had become more or less current in popular speech. This explanation is made, not with any pride of priority in trifles, but in simple denial of possible charges of plagiarism, which is no trifle. In merely resuming his own the author hopes to be held guiltless by those to whom the work is addressed -- enlightened souls who prefer dry wines to sweet, sense to sentiment, wit to humor and clean English to slang.
Auch Reich-Ranicki verwendet diese beiden Begriffe, unterscheidet ihre Bedeutungen aber offenbar nicht scharf. Ob eine scharfe Unterscheidung überhaupt möglich (und die direkte Übernahme der Begriffe aus dem Englischen gerechtfertigt) ist, sei hier dahingestellt. Daß das Devil's Dictionary maßgeblich von Witz geprägt ist, nehmen wir als gegeben an, wobei von Witz geprägt nicht notwendigerweise mit witzig gleichgesetzt werden sollte, wenn auch beides durchaus zusammentreffen kann. Zum Witz gehört unserem Verständnis nach in erster Linie das, was man gemeinhin als 'Schlagfertigkeit' bezeichnen würde, allerdings nicht eingeschränkt auf spontane Kontexte, also lebendige Dialoge; eine Schlagfertigkeit somit, die auch im Geschriebenen ihren Sinn beibehält, also als solche erkennbar bleibt. Wunderschöne Beispiele für das, was wir als Witz gelten lassen würden, finden sich beispielsweise in einigen Anekdoten um Winston S. Churchill, wie etwa dieser hier (auf beiden Seiten):
George Bernard Shaw in einem Telegramm an Churchill: Habe Ihnen zwei Karten für die Premiere meines neuen Stückes reserviert. Bringen Sie einen Freund mit, falls Sie einen haben.
Churchills Telegramm an Shaw: Bin an diesem Termin leider verhindert. Komme zur zweiten Vorstellung, falls es noch eine gibt.
Oder natürlich die bekannte Anekdote von der Frau, die Churchill im Rahmen einer Feier vorwarf: "Sie sind ja betrunken!" Woraufhin dieser erwiderte: "Und Sie sind häßlich; aber ich bin morgen wieder nüchtern."
Und Humor? Was wären Beispiele für Humor? Wir beschrieben den Charakter von Humor einmal als "gemütlich-bayrisch ins-Bierzelt-scheißend." Die Geisteshaltung von Karnevalisten ist vielleicht auch ein gutes Beispiel.
Vielleicht ist unser Bild von Humor auch einfach zu negativ.
Im vergangenen Jahr wurden in London zwei Dramen von Schiller aufgeführt: „Don Carlos” und „Maria Stuart”. Ich habe bei Schiller keinen Humor gefunden. Jenes Lachen und Weinen, das bei Shakespeare vorkommt, gibt es bei ihm nicht. Habe ich recht?
Reich-Ranicki antwortet:
In Schillers Dramen findet sich in der Tat nur wenig Humor - etwa in „Kabale und Liebe” oder im „Wallenstein”. Das mag bedauerlich sein, aber dennoch ist er einer der großen europäischen Bühnenautoren.
Vorher jedoch widerlegt er die These, daß die deutsche Literatur insgesamt humorlos sei. Interessant zu lesen.
Diese Ausführungen haben uns wieder an eine interessante Unterscheidung erinnert, nämlich an die zwischen Witz und Humor, wie sie Ambrose Bierce im Vorwort zum Devil's Dictionary andeutet:
Meantime, too, some of the enterprising humorists of the country had helped themselves to such parts of the work as served their needs, and many of its definitions, anecdotes, phrases and so forth, had become more or less current in popular speech. This explanation is made, not with any pride of priority in trifles, but in simple denial of possible charges of plagiarism, which is no trifle. In merely resuming his own the author hopes to be held guiltless by those to whom the work is addressed -- enlightened souls who prefer dry wines to sweet, sense to sentiment, wit to humor and clean English to slang.
Auch Reich-Ranicki verwendet diese beiden Begriffe, unterscheidet ihre Bedeutungen aber offenbar nicht scharf. Ob eine scharfe Unterscheidung überhaupt möglich (und die direkte Übernahme der Begriffe aus dem Englischen gerechtfertigt) ist, sei hier dahingestellt. Daß das Devil's Dictionary maßgeblich von Witz geprägt ist, nehmen wir als gegeben an, wobei von Witz geprägt nicht notwendigerweise mit witzig gleichgesetzt werden sollte, wenn auch beides durchaus zusammentreffen kann. Zum Witz gehört unserem Verständnis nach in erster Linie das, was man gemeinhin als 'Schlagfertigkeit' bezeichnen würde, allerdings nicht eingeschränkt auf spontane Kontexte, also lebendige Dialoge; eine Schlagfertigkeit somit, die auch im Geschriebenen ihren Sinn beibehält, also als solche erkennbar bleibt. Wunderschöne Beispiele für das, was wir als Witz gelten lassen würden, finden sich beispielsweise in einigen Anekdoten um Winston S. Churchill, wie etwa dieser hier (auf beiden Seiten):
George Bernard Shaw in einem Telegramm an Churchill: Habe Ihnen zwei Karten für die Premiere meines neuen Stückes reserviert. Bringen Sie einen Freund mit, falls Sie einen haben.
Churchills Telegramm an Shaw: Bin an diesem Termin leider verhindert. Komme zur zweiten Vorstellung, falls es noch eine gibt.
Oder natürlich die bekannte Anekdote von der Frau, die Churchill im Rahmen einer Feier vorwarf: "Sie sind ja betrunken!" Woraufhin dieser erwiderte: "Und Sie sind häßlich; aber ich bin morgen wieder nüchtern."
Und Humor? Was wären Beispiele für Humor? Wir beschrieben den Charakter von Humor einmal als "gemütlich-bayrisch ins-Bierzelt-scheißend." Die Geisteshaltung von Karnevalisten ist vielleicht auch ein gutes Beispiel.
Vielleicht ist unser Bild von Humor auch einfach zu negativ.
11/02/06: Ralfi und die Religionen
Ralfi von Tom's Diner ist sauer. Er befindet sich in einem Zustand starker Erregung über unser Islambild, obwohl wir ihm nie auch nur ansatzweise unser Islambild vorgestellt haben. Überhaupt hat er in seinem heiligen Zorn etwas die Kontrolle verloren; die letzte Antwort, die wir von ihm erhalten haben, setzt sich zusammen aus falschen Behauptungen, geistreichen Widerlegungen von Aussagen, die wir nie gemacht haben und wüsten Beleidigungen.
Alles in allem könnte man sagen: Recht putzig und nicht weiter beachtenswert. Dennoch sehen wir uns genötigt, noch einmal knapp auf Ralfis Anschuldigungen einzugehen und Stellung zu beziehen, damit niemand auf die falsche Idee verfällt, Ralfi hätte auch nur im Ansatz recht.
Alles in allem könnte man sagen: Recht putzig und nicht weiter beachtenswert. Dennoch sehen wir uns genötigt, noch einmal knapp auf Ralfis Anschuldigungen einzugehen und Stellung zu beziehen, damit niemand auf die falsche Idee verfällt, Ralfi hätte auch nur im Ansatz recht.
04/02/06: Disziplinierte Konversation
Heute Vormittag im ICQ:
[er] Du Stück Dreck
[ich] hm?
[er] Du bist so ein nutzloses Stück Dreck
[ich] weppes?
[er] Du hast mich schon verstanden.
[ich] ?
[er] Jetzt sei mal nicht so reaktionär.
[ich] reaktionär? hä?
[er] jaha
[ich] womit?
[er] vomit?
[ich] hihi
[er] haha
[ich] vomit also?
Bis jetzt weiß ich nicht, worum es eigentlich ging.
[er] Du Stück Dreck
[ich] hm?
[er] Du bist so ein nutzloses Stück Dreck
[ich] weppes?
[er] Du hast mich schon verstanden.
[ich] ?
[er] Jetzt sei mal nicht so reaktionär.
[ich] reaktionär? hä?
[er] jaha
[ich] womit?
[er] vomit?
[ich] hihi
[er] haha
[ich] vomit also?
Bis jetzt weiß ich nicht, worum es eigentlich ging.
01/02/06: Perdita Durango
Es ist einige Zeit her, daß ich diesen Film gesehen habe. Gewalttätig war er und vor allem pervers, ein solides Werk. Nicht besonders aufsehenerregend, aber nette Unterhaltung für einen Abend. Und dennoch ist etwas ganz stark hängengeblieben; das sitzt fest, das geht nicht aus meinem Kopf: Wann immer ich sehe, wie jemand überfahren wird, muß ich tierisch anfangen zu lachen.
Bisher haben sich diese Fälle auf Film und Fernsehen beschränkt. Ich hoffe, daß mir der Test für das 'reale Leben' erspart bleiben wird.
Bisher haben sich diese Fälle auf Film und Fernsehen beschränkt. Ich hoffe, daß mir der Test für das 'reale Leben' erspart bleiben wird.