Er stand auf und sah gut aus,
Zog sich an und ging nach Haus.
Dort zog er sich wieder aus
Und sah dann noch besser aus.
Er legte sich und schlief gleich ein,
Träumte viele Träumlein fein,
Dann stand er auf und zog sich an.
Das war noch ein echter Mann!
Archive for the 'splitteratur' Category
In der Kategorie "Gefängnisaufzeichnungen" werden hier von nun an in loser Folge die Gefängnisaufzeichnungen von M.B. veröffentlicht. Diese Aufzeichnungen hat dem Blogbetreiber ein Altpapierhändler ausgehändigt, einen Tag bevor er in den Ruhestand und zwei Tage bevor er in den Freitod ging. Die Bedeutung der Initialen, die sich in der rechten oberen Ecke jedes der losen A5-Blätter befinden, ist ungeklärt.
Die Entscheidung, die "Gefängnisaufzeichnungen" zu veröffentlichen, ist dem Blogbetreiber nicht leicht gefallen. Es handelt sich um sehr private Notizen, die bisweilen in tiefe Abgründe blicken lassen. Wegen der großen Brisanz der Aufzeichnungen und der hohen Aussicht auf Aufmerksamkeitsgewinn entschied er sich aber letztlich für die Veröffentlichung. Die erste der Aufzeichnungen ist mit "Heads of Cicero" überschrieben:
Heute traten die "Heads of Cicero" im Gefängnis auf. Alles mächtig durchgestylte Jungs, von den Schuhen bis zum Arsch echte Männer. Sie hatten ein neues Lied mitgebracht, und das nannte sich "Geschmack". Der Sänger begann, ins Mikrophon zu hauchen: "Du hast Geschmack ...", und ich dachte mir, daß mich das nicht überraschte. Er sang, weiterhin unendlich zart ins Mikrophon hauchend "...zwischen den Beinen...", und ich dachte mir, gut warum nicht auch da. "...und den liebe ich so sehr..." Das war auch wieder keine Überraschung. Dann wiederholte er mit unendlich zartem Hauch "Du hast Geschmack zwischen den Beinen...", um diesmal mit "und den geb ich nie mehr her" zu beenden, was mich sehr enttäuschte, damit war es endgültig Kitsch.
Du zeigtest mir das Symbol, und ich sagte: "Laß uns gehen." Unterwegs dachte ich darüber nach; wäre statt meiner der andere gekommen, so hätte das Symbol keine Wirkung gehabt, denn es wäre nicht verstanden worden. Es wäre Ursache ohne Wirkung gewesen. Denn Ursache war es jetzt, und ich war Wirkung. Wäre ich nicht, sondern der andere, so wäre die Wirkung nicht, und damit die Ursache keine Ursache. Also bin ich.
Der Gedanke gefiel mir.
Wir kamen an den See, und ich hieß dich, dich entkleiden und die Kleidung in dem wasserfesten Beutel verstauen, den ich dir gab. Während wir schwammen, befragtest Du mich über das Symbol. "Es ist seit je." -- Nur die Platitüden aus dem Unterricht wollten mir einfallen. Das Symbol sagte mir, daß ich war, sonst sagte es mir nichts, außer, daß wir gehen sollten, aber das wußtest du.
Als wir das andere Ufer erreicht hatten, entfachten wir ein Feuer und liebten uns am Strand. (Um den Erwartungen der Leser gerecht zu werden.)
Danach wurde der Weg beschwerlich. "Ich bin," sagte ich zu dir, "ich weiß es."
"Das habe ich nie bezweifelt." Antwortetest du.
"Ich schon manches Mal, aber nun habe ich meine Existenz bewiesen."
"Und wie?"
"Du zweifelst also doch daran?"
"Nein."
"Und warum brauchst du dann noch einen Beweis?"
Dein Herz war verstockt auf den letzten Metern des Weges. Ich bedauerte, dir weh getan zu haben, obgleich ich mich nicht im Unrecht sah. Am offenen Tor drücktest du mich und flüstertest mir ins Ohr: "Ich werde ihn suchen."
Den Tisch defloriert, das Gebinde verschluckt.
Würgen, und Kratzen im wundigen Hals!
Warum habe ich das getan?
Wie weh sie mir tun, im Rachen, die Rosen,
Die roten und großen Erbarmungslosen!
Mußte das wirklich sein?
Am Pförtner vorbei in die siedendende Säure
Zwängt schorfend sich nun das Gebinde, das teure!
Was sollte das bloß?
Steißbein des Westens,
Nach hinten hinaus,
Knorriger Knochen am Bosporus,
Wo Byzanz sich streckt gen Osten zum Kuß!
Steißbein des Westens am goldenen Horn!
Du sahst Barbarei, den Geist und den Zorn.
Steißbein des Westens,
Ich liebe Dich sehr,
Doch hätt ich auch Geld, ich bräuchte noch mehr.
Dich zu besuchen, das gibt es nicht her.
Gehabe Dich wohl,
Rad meines Wagens,
Als Altes entrollst mir Du,
Eben noch neu.
Warst nicht sehr treu.
Ich seh von hier oben Dir schweigend nur zu;
Enthalte mich füglich des sinnlosen Jagens,
Gemach aus dem Tale hervor ich Dich hol.
Bitte lesen Sie nicht weiter, sofern Sie jugendlich sind oder sich so fühlen.
Ich bin die alles verwaltende Ohnmacht,
Ich bin die gänzlich neutrale Instanz.
Ich bin der jedem einzelnen Hohn lacht,
Ich bin der Hund, du bist mein Schwanz.
Ich bin der Witwen und Waisen froh macht,
Ich bin alles und bin es ganz.
Ich bin Vollzug, der aus dem Phon kracht,
Ich bin das Grab, ich bin der Kranz.
Wenn ich sag "blök", blök wie ein Schaf.
Wenn ich sag "geh", geh hin und rödel.
Wenn ich sag "ruh", fall hin und schlaf.
Wenn ich sag "scherz", steh auf und blödel.
Wenn ich sag "still", sei wieder brav.
Wenn mich ein Floh beißt, peitsch und wedel.
Da hab ich mich doch von diesem Hartmut da verleiten lassen, bei der Dichtungs&Denkungs-Analyse dieser FAZ mitzumachen, um herauszufinden, wie welche große Dichter&Denker-Queen ich denn nun eigentlich so wirke, wenn ich was schriftlich für die Nachwelt hinterlasse, habe also mal das da in den FAZinierenden Apparat getypet:
Ich dachte darüber nach, ließ es dann aber bleiben. Nach einer Weile überlegte ich erneut, entschied mich aber wieder, es nicht zu tun sei besser. Andererseits, so gesehen, mußte es vielleicht doch getan werden. Auch nach scheinbarer Erwägung aller Umstände blieb zunächst ein gewisser Zweifel daran, daß es nicht zu tun auf alle Fälle vorzuziehen sei, den ich bald unterdrückte. Eine Stunde trügerischer Gewißheit verstrich, bis mir aufs Neue die Frage zu schaffen machte, ob nicht aller Überzeugung zum Trotz sehr viel daran liege, daß es doch getan werde. Die Frage plagte mich, und nach etwa einer Stunde ergab ich mich. Aller Zweifel hatte sich zerstreut, und ich erhob mich vom Liegestuhl, um es nun doch endlich hinter mich zu bringen.
Und was behaupten die Genderbender von der FAZ mir dreist ins Gesicht? Johann Wolfgang von Goethe. Goehte? Das klingt doch nicht wie Goethe. Außerdem handelt der Text offenkundig von einem Mann, der kacken muß, und wäre Goethe also vom Sujet her meistens zu banal gewesen.
Die Überschrift ist übrigens der Name der Johann-Wolfgang-Goethe-Gedächtnis-Datei, in der ich das Werk gespeichert habe. Fand ich als Titel irgendwie passend.


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